Von der 1. Klasse Wiese in die Handball-Liga-Austria

49 Jahre Handballsport im SC Ferlach – eine lange Geschichte mit interessanten Zukunftsperspektiven eröffnet sich dem Beobachter.

Ein Jahr nach der Gründung des SC Ferlach bildeten sich einige bis dahin unbedarfte junge Männer ein, unbedingt Handball spielen zu müssen, angeregt nicht zuletzt durch die herausfordernde Tatsache, dass der Ferlacher Turnverein bereits eine recht erfolgreiche Mannschaft auf die Beine gestellt hatte. Damit begann nicht nur ein anregendes Konkurrenzverhältnis, sondern auch eine langjährige "Hass-Liebe" zwischen den beiden Vereinen. Jahre sollte es dauern, bis es den SClern endlich gelang, in einem Derby als Sieger hervorzugehen.

Zurück zum Start: Im August 1964 wurde die Sektion Handball des SC Ferlach ins Leben gerufen. Drei Teams wurden für die Kärntner Kleinfeld-Meisterschaft genannt, eine Herren-, eine Jugend- und eine Damenmannschaft.

Gespielt wurde auf einer gepachteten Wiese in der Feldgasse. Das Wohnhaus der Familie Ebner auf der gegenüberliegenden Straßenseite war nicht nur das praktisch nahe Heim der beiden jungen Spieler und späteren Funktionäre Peter und Helmut Ebner, sondern Anlaufstelle aller Spieler, die verdauungstechnische Probleme hatten.

Der Begriff Wiese ist vielleicht auch etwas beschönigend. Das Handballfeld glich, vor allem bei oder nach Regenfällen, einem frisch gepflügten Acker. 1965 wurde von der KESTAG eine alte Baracke erworben und aufgestellt, die aber nach einem fürchterlich schlechten Spiel der Heimmannschaft deprimiert in sich zusammenfiel. Es folgte eine neue Hütte, diesmal mit dem Luxus einer Einrohr-Kaltwasserdusche ausgestattet.

Der Rasen blieb die Heimat der Handballer bis zum Jahre 1973, dann wurde durch Mithilfe vieler Freiwilliger der Asphaltplatz am Gries fertig gestellt. Blutige Knie und Ellenbogen gehörten forthin zum Tagesgeschäft.

Großes Ziel der Handballer war der Aufstieg aus der Ersten Klasse. Um dies zu erreichen, blinzelte der SCF erstmals über den Zaun respektive die Grenze und holte aus dem benachbarten Trzic mit Janez Janc einen Spielertrainer und mit Bruno Teran einen Torhüter, der im Laufe vieler Jahre zum Inventar des SC Ferlach heranwuchs. Es lohnte sich. Die Kampfmannschaft des SCF Ford Sintschnig stieg erstmals in die Kärntner Liga auf.

Kaum war der Asphaltplatz fertig, wurde Hallenhandball auch in Kärnten aktuell. Schon 1975 nahm der SCF an der Hallenhandballmeisterschaft teil. Gespielt wurde in abenteuerlichen Räumlichkeiten. Zu den Höhepunkten zählte ein Turnier in einer großen, düsteren Autogarage in Klagenfurt, mit einer Säule mitten am Spielfeld.

Durch die Initiative des hartnäckigen Obmanns des SC Ferlach, Walter Perkounig, wurde 1979 in Ferlach eine Ballspielhalle erbaut, die seither die Heimat der SC-Handballer ist. Nicht zuletzt durch die Übersiedelung in die Halle hat der Handballsport im SC Ferlach einen enormen Aufschwung erlebt.

Nachdem sich die erste Damenmannschaft aus dem Gründungsjahr mangels Gegnerinnen bald wieder aufgelöst hatte, entdeckte Ende der 70iger Jahre das weibliche Geschlecht den Handballsport in Ferlach neu. Durch intensives Training stellten sich bald großartige Erfolge ein. Neben mehreren Kärntner Meistertiteln erkämpften sich die Ferlacher Mädchen gleich zweimal den dritten Platz bei den Österreichischen Jugendmeisterschaften Auch der Aufstieg in die Frauenstaatsliga war ein Thema. Dieser wurde aber damals abgelehnt. Nach mehreren Jahren neuerlicher Aufbauarbeit nahm in der Saison 2000/01 eine Mannschaft an der Frauenbundesliga teil, stieg aber gleich wieder ab.

In den Jahren 1984 und 1986 gelang es Handballjugendmannschaften des SC Ferlach, den österreichischen Meistertitel zu erreichen. Im Jahr 1985 stieg die Männermannschaft erstmalig in die Handballbundesliga auf. Dieses Gastspiel dauerte nur zwei Jahre. Durch den Abstieg fielen die SC Handballer in ein kleines Loch, das erst durch mühselige Aufbauarbeit in den darauf folgenden Jahren geschlossen werden konnte.

Die Aufbauarbeit trug 2003 mit dem erneuten Aufstieg der Männermannschaft in die Handballbundesliga ihre Früchte. In den letzten Jahren wurden immer wieder einheimische Talente aus der U20 Mannschaft, die in der Saison 2011/12 Bundesligameister wurde, an die Bundesliga herangeführt. Verstärkt mit slowenischen und kroatischen Legionären konnte in den letzten Jahren der Abstand zur österreichischen Handballspitze verringert werden. Daher hat sich der SC Ferlach entschlossen, als fünftplatzierte Mannschaft des Aufstiegsplayoffs in der Saison 2013/14 an der höchsten österreichischen Liga, der Handballliga Austria, teilzunehmen. Die handballbegeisterten Ferlacher Zuseher werden Österreichs Spitzenmannschaften zu sehen bekommen, und der SC Ferlach wird mit einer engagierten Mannschaft und einem neuen Trainer versuchen, sich in diesem exklusiven Kreis zu behaupten.

Im Spieljahr 2013/14 waren in der Sektion 123 Frauen, Mädchen, Knaben und Männer für den SC Ferlach im Einsatz. Der weibliche Nachwuchs nahm mit fünf Mannschaften an der Kärntner Meisterschaft teil und konnte vier Meistertitel erringen. Die Frauenmannschaft, die weibliche U 16 und die weibliche U 14 spielten auch in der steirischen Meisterschaft erfolgreich mit. Der männliche Nachwuchs nahm mit acht Mannschaften an der Kärntner Meisterschaft teil und konnte drei Meistertitel erringen. Erfreulich war das Abschneiden der WU 13 – 5. Platz -, der WU 14 – 4. Platz - und der MU11 – 4.Platz - bei den heurigen österreichischen Meisterschaften.

Die Begeisterung vieler junger Menschen für den Handballsport ist nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen, dass sie motiviert sind durch die Vorbilder der Kampfmannschaft, deren Engagement und deren Erfolge. Das rechtfertigt nicht zuletzt auch den Einsatz von ausländischen, in jeder Hinsicht vorbildlichen Legionären.

Nicht zuletzt ist der Aufschwung unser Junghandballer zweifellos auch ein Produkt der Installation von Nachmittagsbetreuungsstunden in den Volksschulen in Ferlach und der näheren Umgebung, die ausgebildete Trainer des SC Ferlach abhalten.

Die Sektionsleitung des SC Ferlach möchte sich auf diesem Weg bei allen ehemaligen und aktiven Spielern, Funktionären, unterstützenden Mitgliedern, Zusehern und Sponsoren für ihre geleistete und noch zu leistende Arbeit bedanken.
 
 
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